Usability Engineering


Lesen am Bildschirm ist visuelle Belastung


Gestaltungsregeln

Es gibt insgesamt über 400 Gestaltungsregeln für Software- Produkte. Diese sind je nach Kontext anzuwenden. Es ist zu empfehlen eine grobe Unterteilung in ”look" und ”feel", auf deutsch in Informationsdarstellung (visuelle Gestaltung) und Dialoggestaltung (Arbeitsabläufe) vorzunehmen.

Im allgemeinen lassen sich Regeln zur visuellen Gestaltung einfach festlegen. Die angemessene Dialoggestaltung muss jedoch oft erst ermittelt werden. Benutzerbeschwerden beziehen sich oft auf mangelhafte Dialoggestaltung. Mehr dazu unter Dialoggestaltung.



Quelle: Wikipedia

Am Bildschirm wird nicht gelesen

Bildschirmarbeit ist für die menschliche (visuelle) Wahrnehmung anstrengend. Dies resultiert daraus, dass man über lange Zeit Informationen mit den Augen auf eine bestimmte Entfernung (in der Regel 60 cm) fokussiert. Dies verursacht eine Muskelanstrengung im Auge. Nur bei ca. 5 Meter Abstand ist die Augenmuskulatur in einem völlig entspannten Zustand.

Die Frage, wie Menschen am Bildschirm lesen, hat der amerikanische Web-Forscher Jakob Nielsen mit dem radikalen Hinweis beantwortet, dass sie gar nicht lesen. Die Wahrnehmung von am Bildschirm dargestellten Texten ist am besten mit dem Begriff „scannen“ (überfliegen) zu beschreiben.

Lesen Anfänger noch Buchstabe für Buchstabe, um ein Wort zu verstehen, kann man bei geübten Personen feststellen, dass in Blicksprüngen gelesen wird, indem die Gestalt eines Wortes erfasst und so schneller gelesen werden kann. Bis zu sieben Buchstaben eines Wortes werden parallel verarbeitet. Nur wenn das erfasste Wort nicht in den verstandenen Zusammenhang passt, springt der Blick zurück und liest genauer.

So werden von geübten Benutzern die Feldbezeichner in Formularen nur noch aus dem Augenwinkel wahrgenommen. Deshalb ist es wichtiger, die Eingabefelder bündig auszurichten und nicht die Feldbezeichner selbst.

Ein weiterer Grund, warum Bildschirmarbeit für die Augen anstrengend ist, liegt darin begründet, dass die Darstellung auf Bildschirmen nicht so konturenscharf ist wie auf Papier, was aus den technischen Beschränkungen (Pixel pro Buchstabe) resultiert. Außerdem verursacht die Bildwiederholfrequenz der Kathodenstrahlbildschirme ein Flimmern der Darstellung.

Dies alles sind Gründe dafür, dass nachweisbar am Bildschirm 30 % langsamer gelesen wird als auf Papier. Jeder Benutzer weiß außerdem, dass Schreibfehler oft erst in den Papierausdrucken entdeckt werden.


Adaptation eines menschlichen Auges
Quelle:Wikipedia

Insbesondere folgende Fähigkeiten des Auges spielen für die Informationsgestaltung am Bildschirm eine Rolle:

  • Zum einen ist das Auge in der Lage, sich an verschiedene Entfernungen anzupassen (Akkommodation). Dies spielt z. B. für dreidimensionale Darstellungen oder auch für die Farbauswahl eine Rolle. Blaue Farbe wird als weiter entfernt empfunden als rot (chromatische Aberration).
  • Zum anderen ist das Auge in der Lage, sich an verschiedene Lichtverhältnisse anzupassen (Adaptation). Bei Büroanwendungen sind in Anlehnung an Papier, überwiegend helle Hintergründe mit dunkler Schrift zu finden.

Weitere physiologische Fähigkeiten des Auges bzw.Sehsinns, die beansprucht werden sind:

  • Räumliches und simultanes Sehen
  • Koordination der Pupillenbewegungen in Abhängigkeit von der Stellung des Kopfes
  • Brechkraft
  • Farbsinn
  • Gesamtkoordination der visuellen Wahrnehmung mit Körperbewegungen

Aber nicht nur das visuelle System des Menschen wird beansprucht. Auch kognitive (die Erkenntniss betreffende) Faktoren spielen eine Rolle.

Welche dies sind erfahren Sie auf der folgenden Seite

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