Usability Engineering


Aufgabenangemessenheit


Wenn es direkt und einfach zum Ziel geht

Beispiel PKW:
Beim Öffnen der Heckklappe geht das Kofferraumlicht an
Beispiel Computerprogramm:
Die Bearbeitung einer Aufgabe wird durch Eingabevorbelegungen unterstützt.

Aufgabenangemessenheit ist dann gegeben, wenn der Benutzer durch das System bei der Bearbeitung seiner Aufgabe effizient und effektiv unterstützt wird.

Das ist der Fall, wenn der Benutzer durch die Systembenutzung nicht vom eigentlichen Aufgabenziel abgelenkt wird, sondern er es mit weniger oder gleichem Aufwand erreicht und es genauso bzw. vollständiger erledigt als zuvor.

Der Benutzer wird also nur mit Tätigkeiten und Konzepten bei der Lösung seiner Arbeitsaufgabe konfrontiert, die in Bezug zu dieser Arbeitsaufgabe stehen und so angepasst sind, dass sie eine effektive und effiziente Lösung unterstützen.


Unterschiedliche Intentionen von Webseiten
Quelle: Ch. Rudlof

Aufgabenangemessen heißt auch, dass die technische Unterstützung für eine Aufgabe angemessen sein muss. So ist es denkbar, dass man Teile einer Aufgabe nicht technisch unterstützt, da in diesen Aufgabenteilen der Mensch mit seinen Fähigkeiten besser entscheidet. Dies setzt eine Aufgabenanalyse voraus, in der man eben feststellt, welche Aufgabenteile besser vom PC unterstützt werden und welche beim Menschen verbleiben sollten.

So kann eine Software für die Kreditvergabe z. B. besser Berechungen anstellen, dem Menschen sollte allerdings die Entscheidung über die weichen Faktoren der Kreditwürdigkeit überlassen bleiben. Es kann sinnvoll sein, dass das System einen Vorschlag macht, dieser sollte aber dann „überschreibbar“ sein. Gerade die Fähigkeit von Menschen, mit unvorhersehbaren Situationen umzugehen, sollte nicht durch technische Einschränkungen unterbunden werden.

Aufgabenangemessene Dialoge können nur über die Ermittlung von Use-Szenarien (nicht Geschäftsvorfällen) ermittelt werden (siehe Methoden des Usability Engineering).

Folgende Punkte unterstützen die Aufgabenangemessenheit der Anwendung:

  • Jede Benutzergruppe findet ihre Sicht der Arbeitsabläufe, d.h. Tätigkeiten und Objekte, in der Anwendung wieder.
  • Arbeitsvorgänge, die der Benutzer aus seinem Verständnis heraus als zusammengehörig empfindet, spiegeln sich in der Reihenfolge der Bearbeitungsschritte wider.
  • Mediensprünge (z.B. Zwischenrechnungen auf Papier) sind nicht notwendig.
  • Standardwerte werden dem Benutzer als Vorgabe angeboten, können jedoch überschrieben werden.
  • Auf einer (Intra-)Website sind Ansprechpartner zu finden, so dass ein Benutzer/Kunde sein Ziel, eine E-Mail persönlich zu adressieren, erreichen kann.
  • In einem Formular werden keine Pflichtangaben verlangt, die mühsam auszufüllen sind und mit dem Abwickeln des relevanten Vorgangs nichts zu tun haben.
  • Bei der Gestaltung von Grafiken wird auf minimale Wartezeiten (beim Bildaufbau) Wert gelegt.
  • In einem Formular, das korrigiert werden muss, wird der Cursor gleich auf das zu korrigierende Feld gesetzt.
  • Zwischenergebnisse einer längeren Online-Transaktion können gespeichert werden.
  • Für Benutzer, die ein Angebot oft nutzen, werden Short-Cuts zu den wichtigsten Seiten bereitgestellt.

Siehe auch www.kommdesign.de

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