Journalistische Radioformate


Sie waren z.B. in einem Kindergarten/Spielkreis und haben ein Interview mit der Leitung und den Eltern oder anderen interessanten Personen gemacht. Ihnen liegen also die Originaltexte (O-Töne) der interviewten Personen vor. Wie vorher beschrieben haben Sie sich die prägnantesten Passagen herausgesucht und einen informativen Sprechertext dazu entworfen. Ein O-Ton-Bericht über die fiktive Kinderbetreuung in Emshausen z.B. könnte so aussehen (alle Personen und Vorgänge sind frei erfunden):

  • O-Ton: Ein Kinderlied, dann folgt der erste
  • Sprechertext:Das waren die Kinder der Marienkäfergruppe in der Kindertagesstätte Sonnenwinkel. Diese Kita ist von einer Elterninitiative 1990 gegründet worden. Ein Gründungsmitglied ist heute immer noch im Vorstand. Ich habe Petra Bergstein gefragt, warum sie als Eltern eine Kindertagesstätte gegründet haben...
  • O-Ton: Frau Bergstein mit ihrem Statement
  • Sprechertext: ein abschließender Satz zum Statement, dann Überleitung...Träger der Kita Sonnenwinkel ist ein Elternverein. Alle Eltern, deren Kinder in die Kita gehen, sind auch Mitglieder im Verein. Auf diese Weise sind alle Eltern für die Entwicklung der Kindertagesstätte mitverantwortlich und können an den regelmäßigen Vereinssitzungen teilnehmen. Viele Eltern empfinden diese direkte Beteiligung als großen Vorteil. Melanie Bartels, die Mutter von Jens schätzt vor allem:
  • O-Ton: Frau Bartels mit Ihrem Statement
  • Sprechertext: und auch Olivers Vater, Bernd Müller, sieht große Vorteile in der Elternbeteiligung:
  • O-Ton: Herr Müller mit seinem Statement
  • Sprechertext: Die Eltern wissen das ungewöhnliche Konzept im Sonnenwinkel zu schätzen und beteiligen sich in der Mehrheit an der Planung und Entwicklung ihrer Kita. Für die Mitarbeiterinnen und die Leiterin der Kindertagesstätte bedeutet dies mehr Elternabende und mehr Diskussionen, bevor z.B. neue Konzepte eingeführt werden können. Wie kommen die Mitarbeiterinnen und die Leiterin Evelyn Berke damit zurecht, dass die Eltern der Kinder die Arbeitgeber der Mitarbeiter sind?...
  • O-Ton: Frau Berkes Statement
  • Sprechertext: Kinder, Eltern und die Mitarbeiter sind mit ihrer Kita sehr zufrieden. Trotzdem gibt es Zukunftssorgen, weil die Finanzierung der Einrichtung immer schwieriger wird. Obwohl alle Kinder ab vier Jahren laut Gesetz einen Anspruch auf einen Kindergartenplatz haben und die Stadt Emshausen keine neuen Kindergärten bauen will, sieht sich die Stadt nicht in der Pflicht, bestehende Einrichtungen zu unterstützen. In Emshausen ist die Leiterin des Jugendamtes Irene Stapel für die Planung z.B. von ausreichend Kindergartenplätzen zuständig. Ich habe Irene Stapel gefragt, warum sich Emshausen so schwer tut, bestehende Einrichtungen zu unterstützen ...
  • O-Ton: Frau Stapel mit Ihrem Statement.
  • Sprechertext:Irene Stapel als Leiterin des Jugendamtes sieht offensichtlich wenig Handlungsbedarf. Die Stadt will keine freien Kitas mehr unterstützen, solange es in den städtischen Kindergärten noch freie Plätze gibt. Diese Argumentation wollen die Eltern der Kita Sonnenwinkel nicht hinnehmen und werden sich weiterhin für den Erhalt dieser beliebten Kindertagesstätte einsetzen. Wenn Sie den Verein unterstützen wollen, dann erreichen sie den Vorstand unter 040-xyxyz.Und zum Schluss hören Sie noch einmal die Kinder der Marienkäfergruppe
  • O-Ton: nochmal ein Kinderlied zum Abschluß.

Dieser Wechsel von Sprechertext und O-Tönen ist typisch für einen solchen Bericht. Der Sprechertext sollte immer noch etwas an zusätzlicher Information enthalten, damit er nicht zu reinen Verbindungssätzen degeneriert. Wie oft Sie wechseln oder ob Sie mit Originalton oder Sprechertext anfangen, bleibt Ihnen und Ihrem Gespür überlassen, aber länger als sechs Minuten darf der Bericht nicht werden!

Bearbeiten · Historie · Hochladen · Aktuelle Änderungen · Druckansicht · Intern · Zuletzt geändert am 10.02.2009 10:56 Uhr