Individuum und Gesellschaft
Prof. Dr. Roland Bader


Mögliche Themen und Fragestellungen

Die (neoliberale) Idee, der Markt sein wichtig für das Wohlergehen aller Menschen und das freie Wirken der Märkte werde schon zu dem größtmöglichen Glück aller führen, hat sich tief in unseren Köpfen verankert.

Spricht das auch aus den Erkenntnissen der Sozialpsychologie? Kann die Sozialpsychologie dem etwas entgegensetzen?

In diesem Themenfeld geht es um empirische Erkenntnisse aus der Sozialpsychologie zu den Themen Wirtschaftliches Handeln, Egoismus, Glück und Geld.

  • Was heißt "Glück" im wissenschaftlichen Sinn?
  • Ist Glück messbar und identisch mit Zufriedenheit?
  • Was sagt die Psychologie zu der Frage, was Menschen glücklich macht?

Möglich sind sicher mindestens vier Zugänge zu der Thematik:

  1. Was macht Menschen glücklich? Was sind die Erkenntnisse der Glücksforschung?
  2. Man kann z. B. der These nachgehen, dass eine stärkere soziale Ungleichheit in einer Gesellschaft die Menschen unglücklicher macht. Das ist anhand von vielen Indikatoren im weltweiten internationalen Vergleich sehr gut belegt (Wilkinson, R. & Pickett, K. (2010): Gleichiet ist Glück. Warum gerechte Gesellschaften für alle besser sind. Berlin). sehr sehr empfehlenswert und hervorragend belegt.
  3. Ein anderer Ansatzpunkt liegt darin, die grundlegende Frage der Marktlogik ("Wenn jeder an sich denkt, dann ist an alle gedacht.") zu hinterfragen. Dabei geht es weniger darum, die Gründe für altruistisches Handeln zu verstehen, sondern vielmehr darin, zu hinterfragen, ob Menschen tatsächlich solche Egoisten sind, wie es oft erscheint. Mehr dazu im Buch von Uwe Jean Heuser (2008): Humanomics. Die Entdeckung des Menschen in der Wirtschaft. Frankfurt/M.
  4. Und schließlich kann man die Frage stellen, ob Geld glücklich macht. Das wird experimentell auch getan, in der Soziologie, der Sozialpsychologie und in der Ökonomie, mit teils verblüffenden Erkenntnissen. Das wird in dem folgenden Buch dargestellt: Weimann, J., Knabe, A. & Schöb, A.(2012): Geld macht doch glücklich. Wo die ökonomische Glücksforschung irrt. Stuttgart.
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