Filmanalyse


Die Widersprüchlichkeit der erwachsenen Figuren

Die Kinder entdecken im Verlauf der Filmhandlung, dass die erwachsenen Figuren keineswegs einheitlich und schematisch agieren, sondern selbst von inneren Widersprüchen geprägt ist.

Diese Entdeckungen der Widersprüchlichkeit der Erwachsenen, die anders reden als sie handeln, sich an Regeln orientieren, obwohl sie gar nicht dazu stehen, mit unerledigten Situationen nicht fertig werden, ihre Sehnsüchte nicht artikulieren, obwohl es dazu keinen erkennbaren Anlass gibt, macht den großen Reiz des Films aus.

Es ist zunächst notwendig, darzustellen, wie die erwachsenen Figuren unterschiedlich charakterisiert werden, um an der Entdeckung dieser Widersprüchlickkeiten den Entwicklungsprozess der Kinder aufzuzeigen.

Vorstellungen von Regeln und Strenge, von „richtiger Erziehung“ sind demnach nicht ein für allemal gegeben, sondern ein Moment, das zur Selbstpräsentation der Erwachsenen, zu ihrer gesellschaftlichen Fassade gehört.

Macht und Ohnmacht ist nicht nur ein Thema für die Kinder, sondern sie erkennen, dass auch die Erwachsenen mit nicht verarbeiteten Traumata, mit Machtverlust und Ohnmacht kämpfen müssen.

Und sie erkennen auch, dass ihre Handlungsfähigkeit eben genau bei der Widersprüchlichkeit der Erwachsenen ansetzt.

Bearbeiten · Historie · Hochladen · Aktuelle Änderungen · Druckansicht · Intern · Zuletzt geändert am 28.02.2008 13:48 Uhr